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Ich war ein Junge und wollte Plattenspieler, und zwar genau die gleichen wie Kool DJ Herc und Grandmaster Flash sie hatten, damals in der Bronx der späten Siebziger. Mit diesem Wunsch ging ich zu meiner Mutter. Sie sagte, ich hätte einen Knall. Ich sagte: „Na und? Lieber einen Knall und Plattenspieler, als keinen Knall und keine Plattenspieler!“ Es war mir ernst. Meine Mutter glaubte mir nicht und lachte mich aus. Ich wurde wütend. Ich schrie: „Ich will die Plattenspieler wie Kool DJ Herc und Grandmaster Flash sie hatten, und ich will DJ werden!“ Meine Mutter, die sehr viel Wert darauf gelegt hatte, dass aus mir etwas Vernünftiges wurde, musste jetzt glauben, dass ich nicht nur einen Knall hatte, sondern völlig durchgeknallt war. Aber sie spürte, dass es mir ernst war, und sie liebte mich. So schenkte sie mir ein paar Wochen später zum 14. Geburtstag zwei Plattennadeln. Den Rest musste ich selbst kaufen.

 

Es hat dann noch ein Jahr gedauert, bis ich das Geld für die Plattenspieler und einen Mixer zusammen hatte, aber in der mir endlos vorkommenden Zeit des Sparens ist mir bewusst geworden, dass es keine Laune des Moments war, DJ zu werden, sondern tief in mir steckte. Im Nachhinein bin ich froh, dass meine Mutter mir nur die Plattennadeln und nicht gleich die Plattenspieler geschenkt hat, denn sonst hätte ich diese wahrscheinlich (wie schon bei so vielen anderen Spielsachen davor) nach ein paar „scratches, mixes, twists, spins and turns“-Versuchen vernachlässigt und irgendwann überhaupt nicht mehr benutzt. Aber so war es ja nicht, denn ein ganzes verdammt langes Jahr habe ich auf alles, was Spaß macht und Geld kostet, verzichtet, um das Geld für die Technics MK 1210-Plattenspieler zusammen zu bekommen. Ich habe die „1210er“ immer noch, und es war die beste Anschaffung meines Lebens.

 

Diese Hartnäckigkeit, etwas unbedingt haben zu wollen, weil man darin einen tieferen Sinn fürs Leben sieht, gepaart mit dem Ehrgeiz, mit den lieb gewonnenen Turntables den perfekt Mix zu kreieren, mündete schließlich in der Leidenschaft, die mich bis heute bei meinen DJ-Sets in Clubs und auf Partys begleitet. Auch wenn ich Tocotronics (ironische) Meinung des „digital ist besser“ nicht teile, weil für mich das Auflegen mit Vinyl meine „wahre Liebe“ ist, lege auch ich inzwischen digital mit Laptop auf, da es auch gewisse Vorteile mit sich bringt. Der entscheidende Vorteil ist einfach, dass man (fast) alles innerhalb von zwei Mausklicks finden und spielen kann und so viel spontaner auf sein Umfeld reagieren kann, denn: jede Party ist anders und Geschmäcker gibt es viele. Zudem meine ich, im Laufe der Jahre das richtige Gespür für den richtigen Song zur richtigen Zeit entwickelt zu haben, so dass die Feier auch zu dem wird, was sie werden soll: eine tolle Party. Ich bin dabei... ;)



###Klubsen, Fundbureau, Knust, Molotow, Uebel und Gefährlich, SO 36 (Berlin), About Blank (Berlin), Campus (Stralsund), FM4 Geburtstag (Wien), Lunatic Festival, Kiel Festival, Waterquake Festival, Fusion Festival, Campus Open Air, Millerntor Gallery und jede Menge Privatfeiern.

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  • 01.1 Thing (Amerie)
  • 02.Apache (Incredible Bongo Band)
  • 03.Can't Hold Us (Macklemore & Ryan Lewis)
  • 04.Faster (Janelle Monae)
  • 05.Fuehlt Sich Wie Fliegen An (Max Herre)
  • 06.I Want You Back (Jackson 5)
  • 07.Marry You (Bruno Mars)
  • 08.Respect (Aretha Franklin)
  • 09.Save Room (John Legend)
  • 10.Sing It Back (Moloko)